72-Stunden-Aktion war in Eglosheim ein großer Erfolg

Weststadt-Story hat alle Erwartungen mehr als übertroffen

72-Stunden-Aktion 2013 - Danke!Die Überraschung war groß, als die jungen Leute der 72-Stunden-Aktionsgruppe Weststadt-Story der Katholischen Kirchengemeinden St. Johann und St. Thomas Morus aus Ludwigsburg am vergangenen Donnerstag ihre Aufgaben überreicht bekommen haben, die nun binnen 72 Stunden im sozialen Bereich umzusetzen waren. Das Motto ihrer Aufgabe war mit „Schaffe, schaffe, Häusle baue…“ überschrieben, was im Detail hieß, auf dem kommunalen Bauspielplatz „Funclub 634“ in Ludwigsburg-Eglosheim ein Backhaus mit Unterstellhütte aufzubauen, eine Feuerstelle neu anzulegen, zudem einen Niedrigseilparcour und einen Matschbereich, sowie eine graue unattraktive Betonwand zu verschönern. Doch damit nicht genug: Als Krönung des Ganzen sollte für Sonntag eine spontane Eröffnungsfeier auf die Beine gestellt werden.

So machten sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen voller Tatendrang an die Arbeit und richteten kurzerhand ihr Quartier auf dem Bauspielplatz in Eglosheim ein, begannen ihre Planungen und erzielten schon bis Freitag große Erfolge: Baumstämme für die neue Feuerstelle konnten aus dem Bietigheimer Forst kurzhand organisiert werden und das Geld dafür, durfte in der Kasse bleiben. Örtliche Firmen (Brillux und Arta) stellten auf Nachfrage Farben und Malerzubehör für die Betonwand zur Verfügung, während auf dem Bauspielplatz Löcher ausgehoben, Pfosten einbetoniert und beim angedachten Matschbereich eine ganze Wasserspiellandschaft entstand. Parallel wurden in der Nacht erstellte Flyer für das Eröffnungsfest in den Schulen verteilt und damit auf Straßen und Plätzen persönlich zum Fest eingeladen. Fliesenlegermeister Stefan Kapfenstein hat sich der guten Sache angeschlossen und kurzerhand seinen Arbeitsplatz auf den Bauspielplatz verlegt und in unermüdlichem Engagement mit den jungen Leuten das Backhaus gebaut, sowie mit dem örtlichen Holzbau Kapfenstein und Link den dazugehörigen Unterstellplatz erstellt. Am Samstag mussten somit die große Fortschritte nur noch fertiggestellt und kleine auftretende Schwierigkeiten überwunden werden. Um die tropfende Wasserleitung zum Stillstand zu bringen, wurde daher über Radio Energy Stuttgart, die die ganze 72-Stunden-Aktion im Großraum Stuttgart begleiteten, eine Hilferuf gestartet, was dann auch kurzerhand auch zum Erfolg führte.

An Verpflegung mangelte es während der Tage zu keinem Zeitpunkt, da unzählige Gemeindemitglieder Kuchen und Süßigkeiten spendeten, Erwachsene sich anboten für die Gruppe zu grillen, Pizza organisierten oder die Bäckerei Petershans und Katz großzügig Backenwaren zur Verfügung stellten. Diese unbürokratische Hilfe durfte aber auch in allen anderen Bereichen erlebt werden, was alle Beteiligten nur so zum staunen brachte. Da die Fülle an Kuchen den Eigenbedarf weit überschritt, wurde dieser auch zu Gunsten der Projektfinanzierung in der Innenstadt Passanten angeboten bzw. man beim Tag der offenen Tür bei den Technischen Diensten die Möglichkeit bekam, hier diese zu verkaufen.

Einen Zwischenstop legte die Projektgruppe dann am Sonntag Vormittag ein, als in der Kirchengemeinde St. Johann der Gottesdienst mitgestaltet und Kraft für die letzte Wegetappe gesammelt wurde. Dabei schwappte die Freude der Jugendlichen auch auf die Gemeinde über, die die fetzig gespielten Lieder der Jugendkirchenband „Desert Eden“ mit Begeisterung mitsangen. Gespannt war die Gruppe zuletzt auf die Resonanz des Kinderfestes, welches zum Abschluss und zur Eröffnung in dieser begrenzten Zeit auf die Beine gestellt wurde. Als sich die Tore jedoch öffneten, strömten die Kinder mit ihren Familien auf den Platz und füllten alles mit Leben: da wurde die Wasserrutsche bei herrlichem Sonnenschein zur Hauptattraktion, die Wasserlandschaft bespielt, der Balancierparcour ausprobiert und die ursprünglich so graue Wand bestaunt, welche nun freundlich strahlt und mit einer Stadtsilouette glänzt, die den ganzen hinteren Teil des Geländes aufwertet. Die Feuerwehr Eglosheim bereicherte das Fest mit ihrer Drehleiter und Kistenstapeln, während andere sich mit kühlen Getränken, selbst gebackenem Stockbrot oder am Glückrad vergnügten. „Meine Erwartungen habt ihr in diesen 72 Stunden mehr als übertroffen“, lobte Hannah Junginger vom städtischen Bauspielplatz die jungen Leute und freut sich, wenn die Kinder nun auch im Alltag von all den Attraktionen im Außengelände profitieren können und ein Mädchen sagte „Das war das schönste Fest, das ich erlebt habe“. „Das ist also die Jugend von heutzutage“, sagte Pfarrer Salwiczek mit einem Schmunzeln und Katharina Leser und Michael Friedmann von der Kath. Kirchengemeinde schlossen ihre Dankesworte, gerührt und begeistert von dem großartigen Engagement jedes Einzelnen, mit den Worten „Euch schickt der Himmel“.

O-Töne der Teilnehmer:

Marcel L. (16 J.):
Ich finde die Aktion sehr anspruchsvoll. Sie macht Spaß und man lernt neue Leute kennen. Gefreut hat mich, dass die ersten Kinder schon kamen und die Spielgeräte mit Freude ausprobiert haben.

Florian S.(14 J.):
Ich finde die Aktion sehr spannend. Man muss auch anderen Gruppen aushelfen, was ich klasse finde.

Celine S. (11 J.):
Ich finde die 72-Stunden-Aktion cool, weil wir ganz unkompliziert Menschen in der Fußgängerzone auf unsere Aktion angesprochen und die uns ganz oft Geld dafür gespendet haben.

Marvin K. (16 J.):
Ich finde die Aktion toll, weil man Leute kennen lernt, man hilft anderen Menschen mit dem Projekt hilft und es überhaupt riesig Spaß macht.

Antonia B. (21 J.):
72-Stunden-Aktion ist 72 Stunden Gas geben ohne Ende, Essen vergessen, Frust und Freude erleben und jede Menge Spaß haben.

Barbara F. (19 J.):
Mir gefällt, das man was zusammen macht und man bei der Aktion was handwerkliches bauen kann.


www.72stunden.de.

Weitere Berichte, Bilder und Informationen zur Aktion:
www.72stunden.de/aktionsgruppenbereich/gruppe/weststadtstory
www.youtube.com/watch?v=bRmJlDYnCGk