Die drei D’s :Delir, Demenz und Depression

Vortrag vermittelt Kenntnis zu häufigen psychiatrischen Krankheitsbildern im Alter

„Nicht jede Vergeßlichkeit ist Demenz“ betonte Dr. Monika Doufrain vom Klinikum Ludwigsburg in ihrem Fachvortrag, den die Caritas im Katholischen Altenhilfeverbund Ludwigsburg für ehrenamtlich- und hauptamtlich tätige und Interessierte vergangenen Montag veranstaltete.

Es ist ihr großes Anliegen, Helfende und Unterstützende im Umgang mit betroffenen Menschen zu sensibilisieren und vorschnelle Rückschlüsse zu vermeiden. Aufmerksam folgten die Teilnehmer im gut besetzten großen Saal im Bischof-Sproll-Haus den Ausführungen von Dr. Doufrain, die den Geriatrischen Schwerpunkt im Klinikum Ludwigsburg und die Akutgeriatrie im Krankenhaus Marbach leitet.
Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis erläuterte sie die Gemeinsamkeiten aber auch Unterscheidungsmerkmale von Delir, Demenz und Depression. Häufige Krankheitsbilder im Alter, deren Erscheinungsformen ähnlich sind, sich jedoch bei Ursachen und Behandlungsformen wesentlich unterscheiden.
Bei Delir handelt es sich um einen akuten Verwirrtheitszustand, der behandelt werden muss und heilbar ist. Eine Demenzerkrankung, die die Gedächtnisleistung beeinträchtigt, beginnt häufig schleichend. Die Behandlung umfasst medikamentöse und therapeutische Maßnahmen, um die Symptomatik bei den Betroffenen zu verbessern. Depressionen können gehäuft in der zweiten Lebenshälfte auftreten und sollten auch im höheren Lebensalter behandelt werden.
In der anschließenden Diskussion mit der Referentin hatten die Teilnehmer Gelegenheit, Fragen zu stellen und über ihre Erfahrungen zu berichten. Eines wurde an diesem Nachmittag deutlich, so betonte Daniela Bing von der Servicestelle Ehrenamt der Caritas: „Die richtige Diagnose hat für die Betroffenen, ihre Angehörigen und die Helfenden die Schlüsselfunktion. Folglich ist die Information zu diesen Krankheitsbildern so wichtig“.