Haus am Marktplatz – Kirche in Mitten der Stadt!

Wir sind da!
Wo finden Menschen ein offenes Ohr? Wem kann ich mein Herz ausschütten? Wo finde ich Hilfe, wenn es im Leben klemmt? Mit wem kann ich sprechen, wenn ich über den Sinn meines Lebens nachdenke und mich frage: Wo ist Gott?
Unsere Kirchengemeinden sind zwar in allen Stadtteilen präsent – aber: ist die Schwelle so niedrig, dass Menschen uns hilfreich für ihr Leben wahrnehmen?
Gesamtkirchengemeinderat und alle Ludwigsburger Kirchengemeinden haben sich deshalb vor rund zwei Jahren entschieden, neue Wege zu wagen. Direkt neben der Dreieinigkeitskirche stand ein Ladenlokal leer. So reifte der Entschluss direkt am Marktplatz einen offenen Anlaufpunkt zu schaffen und in einem Projekt – zunächst befristet auf ein, dann auf zwei Jahre – auszuprobieren, was sich als Kirche verändert, wenn wir mitten in die Stadt gehen, einen Ort schaffen und für die Menschen da sind.
Ein großer Eichentisch zum Verweilen ohne Konsumzwang war der erste Baustein – daneben ein Anlaufpunkt, der „A-Punkt“, an dem Ehrenamtliche und Hauptberufliche stehen und Kirche ihr Gesicht geben. „Wir sind da!“, so die Botschaft, die schnell ankam.
Heute leihen Menschen aus allen Kirchengemeinden Ludwigsburgs Kirche ihr Gesicht: Sie hören zu, stellen Kontakt zu Ämtern und Behörden her, helfen unbürokratisch und haben vor allem eines: Zeit. Das Angebot wird gut wahrgenommen. So mancher sitzt und ruht aus. Eltern treffen sich mit ihren Kindern. Menschen erzählen, fragen uns als Kirche an. Ganz im Sinne Jesu, der auch einfach da war, wo Menschen Hilfe brauchten und so Gottes Liebe spürbar machte.

Essen und Trinken – Baustein Gastronomie
„Am A-Punkt läuft es rund, wenn in der Gastronomie etwas los ist“, so Diakon Gebhard Altenburger, der die Ehrenamtlichen begleitet und Einzelfallhilfe koordiniert. Nach einer Tasse Kaffee fällt es leicht, den Schritt zu wagen und das Gespräch zu suchen oder nach Hilfe zu fragen.
Jeden Dienstagmorgen bietet das Frühstück-Plus für 1 Euro (wer kann, gibt mehr) Begegnung beim Essen.
Jeder, der in der Gastronomie zahlt, kann unter dem Motto „Essen und Trinken Plus“ ein Getränk oder ein Essen für den zahlen, der sich keines leisten kann. Wie durch ein Wunder füllt sich das Glas mit den gespendeten Bons immer wieder, obwohl ständig Leute anklopfen, die es sich finanziell sonst nicht leisten könnten.

Ein Standort auf Dauer
All diese Begegnungen wären nicht möglich gewesen, ohne das finanzielle Engagement, das Gesamtkirchengemeinde und Kirchengemeinde zur Heiligsten Dreieinigkeit jeweils hälftig schultern.
So fassten die Gremien im Sommer 2015 den Beschluss den Standort dauerhaft zu sichern und Anteile am Haus zu erwerben. Alle Kirchengemeinden Ludwigsburgs stellten Mittel zur Verfügung. Am 29. Februar 2016 konnten schließlich Verträge unterzeichnet werden. Nach zwei Jahren Projektzeit ist der Standort dauerhaft gesichert. Für die Gemeinden Ludwigsburgs bedeutet dies einen finanziellen Kraftakt: verschiedene Wohnungen und Liegenschaften müssen verkauft oder vermietet, andere Rücklagen aufgelöst werden.

Rückenwind aus der Diözese – Projektstelle ab Sommer 2016
Kräftigen Rückenwind gibt es aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die das Projekt von Anfang an unterstützt und begleitet. Unser Projekt „Kirche in Mitten der Stadt“ ist ein Baustein im pastoralen Erneuerungsprozess „Kirche am Ort“. Unser „Haus der Katholischen Kirche“ ein sichtbares Zeichen, wie Kirche heilsame Begegnungen ermöglichen kann.
So wird das Pastoralteam durch eine diözesan finanzierte pastorale Projektstelle verstärkt, um Menschen aller Gemeinden zu begleiten und zu ermuntern „Kirche in Mitten der Stadt“ lebendig werden zu lassen. Pastoralreferentin Elisabeth Dörrer-Bernhardt wird diese Stelle ab September 2016 antreten. Die Stelle ist bis zum Eintritt in den Ruhestand von Diakon Gebhard Altenburger im Frühjahr 2018 befristet und kann dann als Regelstelle fortgeführt werden.

Vom Haus zum Zentrum – Zukunftsmusik
Mit der klaren Zukunftsperspektive treten weitere Bausteine in den Blick: Das Pfarrbüro der Dreieinigkeitsgemeinde wird schon jetzt deutlich mehr frequentiert als früher. Menschen aller Kirchengemeinden, besonders die, die selten zur Kirche Kontakt haben, nehmen das Angebot wahr. Eine klare Perspektive für eine zentrale Anlaufstelle für die Katholische Kirche Ludwigsburg.
Verschiedene Gruppen und Kreise treffen sich bereits am Marktplatz: So ist die Kolpingfamilie regelmäßig zum Stammtisch am Eichentisch. Jeden Montagabend lädt unser Referat Psychosoziale Hilfen zum offenen „Treffen am Abend“ zu Gespräch und Spiel ein. Einmal im Monat findet Samstag das inklusive Familiencafé statt. Weitere Räume könnten im Haus dazukommen und so auch weiteren Gruppen und Aktivitäten Heimat geben. Spätestens ab Juli 2018 werden weitere Gemeinderäumlichkeiten nutzbar sein. So soll das Haus der Kath. Kirche auch die Menschen der unterschiedlichen Gemeinden zusammenführen und stärken.

Bis Du da?
Unser Eichentisch hat viel Platz für Menschen, die sich treffen wollen.
Unsere Gastronomie freut sich, wenn es in der Küche brummt!
Es braucht offene Ohren am A-Punkt oder im Treffen am Abend, die Menschen gerne zuhören.
Es braucht Leute mit Ideen, die Veranstaltungen organisieren und einladen.
… damit heilsame Begegnungen möglich werden!
Unsere Talente, die Gott uns geschenkt hat sind ganz unterschiedlich: Sie sind herzlich willkommen! Wir freuen uns, wenn Sie mit Zeit oder einer Idee auf einen unserer Kirchengemeinderäte oder Hauptberuflichen zukommen!