Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen!

Die Kirchen schaffen einen neuen Ort der Bestattung für jeden auf dem Friedhof Pflugfelden.

So wie die Frauen am frühen Ostermorgen zum Grab gehen, um ihren Herrn Jesus zu suchen, weil sie ihn lieben und im Herzen tragen, so machen sich viele auf. Das Grab ist ein sichtbares Zeichen der Begegnung mit dem, den ich gehen lassen musste, ein Ort des Gebets, der Zwiesprache. Auch der Ort, an dem ich begreifen lerne: Gott hat ihm oder ihr neues Leben geschenkt.
Wenn Menschen durch lange Pflege alles Vermögen aufbrauchen mussten oder aufgrund der sozialen Situation keine Ersparnisse haben, dann bleibt in unserer Stadt nur die anonyme Bestattung am Ostfriedhof. Für ältere Angehörige, Nachbarn und Bekannte ist dieser Weg oft unerreichbar. Einmal dort, findet man das Grab nicht mehr: Nichts erinnert mehr an den, an den man denken möchte.

Bereits 2013 haben die Eglosheimer Kirchen die Initiative ergriffen und ein Grab auf dem Eglosheimer Friedhof geschaffen, in dem jeder bestattet werden kann. Im Sozialausschuss der Kirchengemeinde reifte die Idee, nun auch in Pflugfelden ein solches Grab in ökumenischer Trägerschaft und in enger Abstimmung mit der Stadt ins Leben zu rufen.

„Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen!“ (Jes 45,4), steht auf dem Stein. Man findet es unweit der Trauerhalle in Abt. 7 Nr. 39. Das Grab steht offen für jeden, der dort bestattet werden möchte. Wird die Bestattung beim Friedhofsamt angemeldet und wäre nur eine anonyme Bestattung möglich, kann man signalisieren, dass man im Kirchengrab die Bestattung wünscht, egal welcher Konfession oder Religion.

Wünscht man eine kirchliche Trauerfeier, so läuft alles seinen Gang wie bei jeder anderen Bestattung auch: Der Geistliche der jeweiligen Konfession begleitet die Beisetzung am Grab. Später wird dann der Name des Verstorbenen mit Geburts- und Sterbejahr am Grabstein angebracht. Die Kosten dafür tragen, wenn es den Angehörigen nicht möglich ist, die Kirchen.

Ein Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass ein solch lebendiges Zeichen gesetzt werden konnte. Ein besonderer Dank an dieser Stelle Siegfried Stein und Stefan Wahlicht aus dem Kirchengemeinderat von St. Thomas und Johannes.

Pastoralreferent Martin Wunram