Geschichte



GeschichteGeschichte der Katholiken in Ludwigsburg
Nach der Reformation war ganz Württemberg evangelisch geworden. Bei der Gründung von Ludwigsburg waren aber auch gleich schon Katholiken unter den Bewohnern. Sie waren hauptsächlich italienische Künstler und kroatische Bauleute. Auch heute gibt es im Übrigen eine starke italienische und kroatische Gemeinde in Ludwigsburg. Die ersten Katholiken konnten ihre Religion aber nur im Privaten ausüben und waren mehr oder weniger nur geduldet, obwohl eigentlich für Ludwigsburg Religionsfreiheit als Anreiz für Neubürger vorgesehen war. Ihren Gottesdienst feierten die Katholiken zuerst in der herzoglichen Orangerie, dann in einem Gartenhaus anschließend in der Schlosskirche und dann in der Kanzleikaserne. Als die Zeiten toleranter wurden, durften die Katholiken durch ein Dekret des Kurfürsten Friedrich ab 1805 die damalige evangelische Garnisonskirche, die heutige Dreieinigkeitskirche mitbenutzen. Sie war 1724 für die Reformierten erbaut worden, aber nie von ihnen übernommen worden. 1806 wurden Katholiken und Protestanten gleichgestellt und die katholische Stadtpfarrei gegründet. Sie war allerdings einer starken staatlichen Kontrolle unterworfen. Als Pfarrkirche diente ab 1829 die Schlosskirche. Die Pfarrei ging damals weit über die Grenzen von Ludwigsburg hinaus. 1906 konnte die Katholiken die Dreieinigkeitskirche einweihen, die gekauft werden konnte, weil die heutige Friedenskirche als neue Garnisonskirche erbaut worden war. Die Besonderheit des 20. Jahrhunderts ist die Gründung einiger katholischer Vereine und Organisationen. es gab sogar eine katholische Schule. 1930 wurde von dem Orden der Karmelitinnen in Hoheneck ein Kloster gegründet, wo auch die Katholiken der Gemeinde Gottesdienst feiern konnten, seit 1959 in einer gemeinsamen Kirche. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Ludwigsburger Katholiken stark eingeschränkt, die Jugendarbeit konnte im Geheimen aber doch noch weiter durchgeführt werden. Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele Heimatvertriebene nach Ludwigsburg. Obwohl die Friedenskirche ab 1947 mitbenutzt werden durfte, platzten die Gottesdienste aus allen Nähten. Die damalige Ludwigsburger Pfarrei umfasste ein Gebiet immer noch weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Deshalb begann man, so schnell es ging, neue Gemeinden zu gründen, im Ludwigsburger Stadtgebiet:

1947 in Grünbühl: Barackenkapelle, 1965 Bau der Kirche St. Elisabeth, 1969 Pfarrei
1959 in der Weststadt: Bau der Kirche St. Johann Kirche, 1960 Pfarrei
1955 im Stadtteil Eglosheim: Bau der Kirche St. Thomas Morus Kirche, 1962 Pfarrei
1968 in der Oststadt: mit provisorischem Kirchenraum, 1974 Bau der Kirche St. Paulus und Pfarrei
1972 in Neckarweihingen: Bau der Kirche Auferstehung Christi, 1973 Pfarrei

In der Folgezeit sank der Zahl der Katholiken, ebenso wie die Zahl der Pfarrer, so dass manches wieder mehr gemeinschaftlich organisiert wird, sei es in den damals gegründeten Seelsorgeeinheiten oder in der Ludwigsburger Gesamtkirchengemeinde, die aus den oben genannten Pfarreien und der Muttergemeinde „Zur Heiligsten Dreieinigkeit“ besteht. Von 2001 bis 2014 bildeten die Gemeinden St. Johann und Thomas Morus die Seelsorgeeinheit Ludwigsburg West und die Gemeinden Zur Heiligsten Dreieinigkeit, St. Paulus, St. Elisabeth und Auferstehung Christi in Neckarweihingen die zweite Seelsorgeeinheit Ludwigsburg Mitte-Ost. Die Einzelgemeinden waren jedoch weiterhin selbständig.
Durch den Zusammenschluss der beiden Seelsorgeeinheiten bilden alle Gemeinden seit dem 19. September 2014 die neue Seelsorgeeinheit „Katholische Kirche Ludwigsburg“.
2016 schlossen sich die Kirchengemeinden „St. Johann“ und „St. Thomas Morus“ zur Kirchengemeinde „St. Thomas und Johannes“ zusammen.