Was für ein Fest!
Als „mitreißendes Konzerterlebnis“ angekündigt, durften wir die „Misa a Buenos Aires“ von Martín Palmeri genau so erleben! Die alten, bekannten Texte der lateinischen Messe kamen in völlig neuem Gewand daher, überaus vielgestaltig im Tango-Rhythmus vom brillianten Chor und einem feinen Kammerorchester mit vertrauten aber doch auch immer wieder überraschend neuen Klängen vorgetragen, organisch wechselnd zwischen perkussiv und melodisch, leise und laut, filigran und massiv, harmonisch und spannungsgeladen. Magisch waren die Klänge des Bandoneons, himmlisch die Melodien der Sopranistin, knackig der Beat vom Kontrabass, von perlend bis bombastisch kam das Klavier zu Gehör, einfühlsam und tänzerisch die Streicher von Geigen, Bratsche und Cello. Der Chor strahlte mit Präsenz und Freude am Musizieren unter der kongenialen Leitung der Kirchenmusikerin Shihono Higa, der es gelang, dass die Spannung auch zwischen den Sätzen gehalten und nicht von Applaus zerstreut wurde, obwohl zwei der Sätze in ein „Amen“ mündeten. Nach dem finalen „Dona nobis pacem“, das in ätherischer Stille endete, riss es das Publikum der bis auf den letzten Platz gefüllten Dreieinigkeitskirche von den Stühlen. Welch eine Bereicherung für die Ludwigsburger Musikszene!
Dies macht Vorfreude auf das Konzert am 6. Dezember um 17.00 Uhr in St. Johann, an dem die Dreieinigkeitschöre das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach Teile I-III aufführen werden.



